100 Jahre TVF

100 Jahre TV Falkenberg e.V. gegr. 1905 Vereinschronik

Auf dem Bild sehen wir das Gründungslokal des TV Falkenberg, so wie es um 1905, dem Gründungsjahr des TVF, ausgesehen haben muß.

Am 8. Mai 1905 gründete der Lehrer Fritz Rohdenburg in Falkenberg einen Männerturnverein, der sich zum heutigen Turnverein Falkenberg (TVF) entwickelt hat.

Die Chronik dieses Vereins, dessen Mitgliederstärke heute auf über 1600 Sportlerinnen und Sportler angewachsen ist, spiegelt eine wechselvolle Geschichte wider. Der Turnbetrieb begann im Saal des Ausflugslokals "Kutscher Behrens" und das "Volksturnen" für die Mitglieder des jungen Vereins fand auf einer Wiese, dem heutigen Falkenweg statt.

Als erstes einschneidendes Datum In der TVF-Geschichte Ist das Jahr 1926 zu nennen. In diesem Jahr zerstörte ein Großbrand bei "Kutscher Behrens" alle Turngeräte sowie alle Aufzeichnungen, die im Verlauf der ersten 21 Jahre seit der Gründung gesammelt worden wahren. Bis zum diesem Zeitpunkt hatten sich innerhalb des Falkenberger Vereins einige Veränderungen ergeben. Nicht nur, dass seit 1925 auch die Frauen Zutritt zum TVF hatten, sondern als Folge des Ersten Weltkrieges, aus dem Fritz Rohdenburg nicht mehr zurückkehrte. übernahm Gustav Wrede 1918 den Vorsitz und gab ihn 1924 an den Schulleiter Heinrich Seekamp weder. Die Vereinsführung blieb dann bis 1937 in den Händen von Heinrich Seekamp, bis dieser unter politischen Druck gesetzt wurde, zurücktrat und die kommissarische Leitung über die Kriegsjahre hinweg von dem späteren Ehrenmitglied Dierk Behrens übernommen wurde.

Bei allen Wettkämpfen in der heimischen und näheren Umgebung hinterließen die Falkenberger ihre sportliche Visitenkarte durch gute Platzierungen und Stege bei den Veranstaltungen. So lobte der Vorsitzende Heinrich Seekamp zum Beispiel auf der Jahreshauptversammlung am 10. Januar 1930 die gute Entwicklung im Frauenturnen. An diesem Tag begann ein neuer Abschnitt in der Vereinsgeschichte.

Mit einer Forderung von 120 Reichsmark, die der damalige Vereinswirt als jährliche "Saalmiete und Entschädigung fürs Licht" verlangte, hatten sich seinerzeit die Mitglieder des Turnausschusses zu beschäftigen. Da die verlangte Geldsumme eine Erhöhung um das Doppelte darstellte, lehnte man die Forderung einstimmig ab, und als keine Einigung erzielt werden konnte, verwies der Vereinswirt die Sportler am 11. März 1930 aus dem Saal des Lokals, der den Aktiven als Übungsstätte gedient hatte. Bis zum 15. Juli 1930 hatten die Falkenberger auf Grund dieser Ereignisse keine Möglichkeit, ihrem Sport nachzugehen, die Turngeräte blieben an den verschiedensten Orten mutlos stehen. Eine Lösung erreichten die Verantwortlichen erst, als der Pächter bei Kutscher Behrens wechselte, und man sich auf 80 Reichsmark Miete einigte. Zu Beginn der dreißiger Jahre standen die wirtschaftlichen Verhältnisse der Vereinsmitglieder ganz im Gegensatz zu deren sportlichen Erfolgen.

Selbstverständlich blieb die immer größer werdende Arbeitslosigkeit und deren Folgen nicht ohne Auswirkung auf das Vereinsleben. Den Sportlerinnen und Sportlern fiel die Zahlung der Mitgliedsbeiträge immer schwerer, so dass die Beiträge drastisch gesenkt werden mussten. Die Begeisterung für den Sport war indes auch während dieser Zeit ungebrochen.

Aus den Aufzeichnungen über die Monatsversammlung am 7. April 1933 sind die ersten Anzeichen einer zunehmenden Politisierung der Sportvereine und auch des TV Falkenberg zu erkennen. Zwar weisen die Berichte für die folgenden Jahre noch zahlreiche turnerische Veranstaltungen auf, doch 1936 ist der Tiefpunkt einer negativen Entwicklung erreicht, die auf die politischen Verhältnisse in Deutschland zurückzuführen ist. Nur elf Mitglieder diskutieren über den weiteren Verlauf des Turnens im TVF. 1937 kommt das Vereinsleben fast völlig zum Erliegen, nachdem der Vorsitzende Heinrich Seekamp von seinem Amt zurückgetreten und von den Mitgliedern als Dank für seine 13jährigen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden des TV Falkenberg gewählt worden war.

Nach dem Krieg werden die Gemeinden Lilienthal und Falkenberg zusammengeschlossen und unter die Verwaltung einer Militärregierung gestellt, deren Gesetze nur einen Sportverein pro Gemeinde zuließen. Erst 1948 können die Falkenberger ihren eigenen Verein wiedergründen und damit die "Gruppe Falkenberg" innerhalb des Lilienthaler Vereins auflösen, die bis zur erneuten Selbständigkeit die sportliche Heimat der Aktiven war. Die Leitung übernimmt Ludwig Seekamp, unter dessen Vorsitz an die leistungsmäßigen Erfolge der Vorkriegsjahre angeknüpft werden kann.

1950 kommt es dann zu einem Wechsel in der Vereinsführung. Franz Ferstl Übernahm das Amt von Ludwig Seekamp. Der Aufschwung des TV Falkenberg, der unter anderem in der Teilnahme von Turnern an den deutschen Jugendmeisterschaften und durch den regelmäßigen Besuch der Deutschen Turnfeste dokumentiert wird, hielt auch in den folgenden Jahren weiter an und ließ den Wunsch nach einer Sporthalle für den Übungsbetrieb schon 1953 wach werden. Auf den jährlich stattfindenden Stiftungsfesten zeigten die Sportler ihren Leistungsstand und besonders die Darbietungen der ,,Artisten" vom "Zirkus Falke" , alles Turnerinnen und Turner aus den Reihen des TVF, finden großen Anklang. Auch auf der Jubiläumsfeier am 7. Mai 1955 präsentieren die Sportler ein gelungenes Programm.

Mit der Einweihung der Lilienthaler Schulsporthalle am 8. Dezember 1956 können die Mitglieder erstmals einem geregelten Turnbetrieb in einer Sporthalle nachgehen. Eine besondere Ehrung wird dem Vereinswirt Dierk Behrens auf der folgenden Jahreshauptversammlung zuteil. Für die tatkräftige und aufopferungsvolle Hilfe sowie für die 50 Jahre Übungsbetrieb bei Kutscher Behrens findet die Ehrung den ungeteilten Beifall aller Mitglieder. Unter dem Vorsitz von Franz Ferstl der dieses Amt 1957 wieder übernommen hatte, wurden 1964 die Tischtennissparte und 1966 die Fußballsparte gegründet. Gegen Ende der sechziger Jahre bereichert dann auch eine Wandergruppe das Falkenberger Vereinsleben.

Mit der Einweihung der Falkenberger Sporthalle am 23. Oktober 1970 ist für den Verein, auf Grund der nun möglichen Erweiterung seines Sportangebotes, ein rascher Anstieg der Mitgliedszahlen verbunden. Als Egon Hastedt 1972 den Vereinsvorsitz von Albert Meyerdierks übernimmt, der 1968 den zum Ehrenvorsitzenden gewählten Franz Ferstl abgelöst hatte, Ist der Verein auf etwa 600 Mitglieder angewachsen. Schon auf der Vereinssportschau im November des gleichen Jahres konnte das 1000. Mitglied begrüßt werden. Den ersten Schritt zur Lösung der damit verbundenen Hallenprobleme tat man im März 1978 mit der Turnhalleneinweihung in Trupermoor und mit der im September desselben Jahres stattfindenden Einweihung der Schoofmoorhalle wurde die vorläufig endgültige Lösung erreicht.

1983 präsentiert sich der TV Falkenberg als ein Großverein, der für seine Mitglieder in neun Sparten die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung bietet. Ein Angebot, das derzeit über 1800 Sportlerinnen und Sportler aller Altersklassen aktiv nutzen, die dabei von qualifizierten Helferinnen und Helfern sowie Übungsleiterinnen und Übungsleitern unterstützt werden. Sowohl im Badminton, Judo, Schwimmen, Tischtennis, Turnen, Volleyball, Wandern und in der Leichtathletik kann heute jedermann seinen Sport in einem Verein betreiben, für den der Lehrer Fritz Rohdenburg im Mai 1905 den Grundstein gelegt hat.

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